Baufinanzierung für Beamte

Durch ihr gesichertes Einkommen gehören Beamte zu den Lieblingskunden der Banken. Das bringt ihnen auch im Hinblick auf die Finanzierung für den Hausbau entscheidende Vorteile. Sie können nicht nur auf Beamtenkredite, sondern auch auf speziell an sie gerichtete Baufinanzierungsangebote zurückgreifen. Da das Risiko gering ist, dass der Beamte sein regelmäßiges Einkommen verliert, sind die Konditionen für ihn besonders günstig. Doch nicht jeder Kreditgeber weist Angebote für Beamte eigens aus und der Begriff „Beamtenkredit“ ist nicht geschützt. Als Kreditnehmer sollte man die Konditionen sorgfältig prüfen und seine Optionen abwägen.

Welche Rolle spielt die Bonität?

Haus eines Beamten nach Baufinanzierung
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Die Bonitätsprüfung ist und bleibt die Grundlage für jede Baufinanzierung. Banken versuchen damit herauszufinden, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Kredit vom Kreditnehmer nicht zurückgezahlt werden kann. Durch Einführung des Wohnimmobilienrichtlinie im Jahr 2016 müssen Banken sehr streng prüfen, ob die Wahrscheinlichkeit gegeben ist, dass der Kreditnehmer im Laufe seines Lebens in eine finanzielle Krise gerät. Es werden also auch Faktoren wie das Alter, die Krisensicherheit seiner Branche, das Krankheits- und das Scheidungsrisiko berücksichtigt – eine Praxis, die es für Kunden zunehmend schwer macht, einen Kredit bewilligt zu bekommen.

Beamte dagegen haben es in der Regel immer noch deutlich leichter eine Baufinanzierung für Beamte zu erhalten, da ihr gesichertes Einkommen ihnen eine hohe Bonität verschafft. Auch wenn die Kreditsumme recht hoch ist oder der Kreditnehmer schon im höheren Alter, wird einem Beamten in den meisten Fällen der Kredit bewilligt.

Bessere Konditionen und niedrigere Zinsen

Durch die hohe Bonität müssen Beamte oftmals deutlich niedrigere Zinsen bezahlen als andere Arbeitnehmer oder gar Selbstständige. Denn selbst bei längerer Dienstunfähigkeit sind Beamte überdurchschnittlich gut abgesichert. Sie haben daher auch die Möglichkeit, Kredite über eine längere Laufzeit abzuschließen. Es gibt auch sehr spezielle Angebote, wie Soldatenkredite, Kredite für Lehrer, Kredite für Polizisten oder Feuerwehrleute, Autokredit Beamte, Sofortkredit Beamte oder Kredite für Angestellte im öffentlichen Dienst.


Diese für Beamte zugeschnittenen Kredite nennt man „Beamtenkredite“, was allerdings keine geschützte Bezeichnung ist und nicht mit dem „Beamtendarlehen“ verwechselt werden sollte. Oft werden beide Begriffe synonym verwendet. In der Regel bezeichnet „Beamtenkredit“ jedoch ein gewöhnlichen Kredit für Beamte und ähnlich sicher Beschäftigte mit günstigen Konditionen. „Beamtendarlehen“ wird als Bezeichnung für ein Darlehen, das mit einer Versicherung gekoppelt ist, genutzt.

Kredite ohne Eigenkapital

Bei Baufinanzierungen für Beamte legen die Banken weniger Wert auf die Höhe des Eigenkapitals, das der Kreditnehmer mitbringt. Auch stimmen Banken bei Beamten eher einer Vollfinanzierung zu, das heißt einem Kredit ganz ohne Eigenkapital.

Allerdings ist die Einbringungen eines Eigenkapitals von 20-30 % dennoch ratsam, da so eher sichergestellt ist, dass der Kredit bis zum Eintritt in die Pension abbezahlt ist.
Außerdem sind die Konditionen besser, das heißt die Zinsen niedriger, je höher das eingebrachte Eigenkapital ausfällt. Ohne Eigenkapital fällt auch die monatliche Ratenbelastung deutlich höher aus. Wenn dann beispielsweise das Einkommen des Ehepartners wegen Arbeitslosigkeit wegfällt oder das eigene Einkommen aufgrund von Krankheit deutlich verringert ist, kann es zu finanziellen Engpässen kommen. Eine Vollfinanzierung im Rahmen einer Baufinanzierung für Beamte sollte daher gut überlegt sein.

Beamtendarlehen als besondere Finanzierungsmöglichkeit

Eine besondere Finanzierungsmöglichkeit für Beamte ist das Beamtendarlehen. So werden endfällige Darlehen bezeichnet, die mit einer Versicherung gekoppelt sind. Endfällig bedeutet, dass das Darlehen nicht über die Laufzeit getilgt wird, sondern erst an deren Ende fällig ist. Der Beamte bezahlt also monatlich Geld für beispielsweise eine Lebens- oder Rentenversicherung an ein Versicherungsunternehmen und nicht an eine Bank. Letztere erhält nur die Zinsen. Am Ende der Laufzeit, die zwischen 12 und 20 Jahren liegen kann, wird die Schuld durch diese Einzahlungen getilgt. Der Beamte und seine Familie sind für einen eventuellen Krankheits- oder Todesfall abgesichert – im Gegensatz zum Beamtenkredit übernimmt dann die Bank die Kosten. Dadurch wird eine Restschuldversicherung überflüssig.

Ein Beamtendarlehen wird nicht nur Beamten auf Lebenszeit gewährt, sondern auch anderen Angestellten, sofern diese Personen ein ähnlich sicheres Einkommen haben. Beispielsweise sind das Bundesrichter, Berufssoldaten, unkündbare Angestellte im öffenlichen Dienst und Akademiker, die fünf Jahre lang in einem Beschäftigungsverhältnis standen. Auch Pensionäre, die jünger als 60 Jahre sind, können ein Beamtendarlehen beantragen. Ein negativer SCHUFA-Eintrag oder eine Gehaltspfändung sollte bei keiner der Personengruppen vorliegen.

Zu beachten ist: Bereits bestehende Kredite müssen als erstes durch das Beamtendarlehen abgelöst werden, außer es handelt sich um Bau- oder PKW-Finanzierungen oder Leasing-Verträge.

Das Beamtendarlehen als Baufinanzierung

Das Beamtendarlehen kann für die Baufinanzierung für Beamte genutzt werden, da der Verwendungszweck des Kapitals frei ist. Allerdings richtet sich der Darlehensbetrag nach der Höhe des monatlichen Einkommens, sodass sich die Baufinanzierung nur lohnt, wenn die monatlichen Bezüge recht hoch sind.

Das Beamtendarlehen bietet sich vor allem für die Finanzierung eines Hausbaus im Ausland an, weil viele Banken aufgrund des hohen Risikos keine Baufinanzierung im Ausland anbieten. Alternativ kann das Beamtendarlehen genutzt werden, um das Eigenkapital zu erhöhen. Dazu nimmt man es vor dem Beantragen einer Baufinanzierung auf und rechnet den Betrag zu seinem Eigenkapital hinzu.

Zur gewöhnlichen Baufinanzierung im Inland eignet sich das Beamtendarlehen nur bedingt. Denn das Risiko der Bank ist in diesem Fall höher als bei einer Immobilienfinanzierung, da das Beamtendarlehen nicht mit einem Grundbucheintrag gekoppelt ist. Fallen die Raten also doch einmal aus, hat die Bank keine Immobilie als Sicherheit. In der Regel fällt eine gewöhnliche Baufinanzierung bei der Bank also günstiger aus.

Anbieter für die Baufinanzierung für Beamte

Generell kann ein Beamtenkredit bei jeder Bank oder Sparkasse abgeschlossen werden. Doch praktischer und weniger zeitaufwendig lassen sich Verträge online abschließen. Beim Online-Vergleichgibt man die die Höhe der Kreditsumme, die Laufzeit und den Verwendungszweck an und kann dann die Anbieter miteinander vergleichen. Dadurch erhält man einen guten Überblick über mehrere Produkte und deren Bewertungen und kann sich zu vielen Punkten einlesen. Bei diesem Vergleich werden der Beamtenstatus, und die Bonität des Kreditnehmers, noch nicht berücksichtigt.

Es lohnt sich also im Anschluss eine persönliche Beratung zur Baufinanzierung für Beamte in Anspruch zu nehmen. 
Online-Verträge sind eventuell günstiger als entsprechende Angebote von Filialbanken. Wichtig ist aber, dass der Anbieter eine persönliche Betreuung über die Dauer der Laufzeit anbietet. Auch Makler und Vermittlungsagenturen vermitteln Beamtenkredite oder Beamtendarlehen für die Baufinanzierung. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass diese eine Provision erhalten. Außerdem ist gründlich zu prüfen, ob der Makler beziehungsweise die Agentur seriös ist.

Spezielle Beamtenbanken

Es gibt in Deutschland ein paar Banken, die sich speziell an die Bedürfnisse von Kunden im öffentlichen Dienst richten: Das sind

Alle vier sind Filialbanken, bei denen man aber auch online Kreditanfragen stellen und Kredite abschließen kann. Die Allgemeine Beamten Bank konzentriert sich sogar vorwiegend auf das Online-Geschäft und betreibt nur noch zwei Filialen in ganz Deutschland (Berlin und Potsdam). Beamtenkredite können Sie bei uns kostenlos und unverbindlich in unserem Beamtenkredit-Rechner vergleichen.